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"Besorgt über die Landwirtschaft"
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Ausgerechnet Nestlé-Chef Peter Brabeck-Lethmathe, gibt sich besorgt um die Zukunft der Landwirtschaft. "Landwirtschaft nicht für Biokraftstoffe missbrauchen", warnt der Chef jenes Konzerns, dem bisher mit seiner industriellen Lebensmittelproduktion das Leben von Millionen Landwirten ziemlich gleichgültig war.
Ausgerechnet die weltgrößte Fabrik für Lebensmittel-Ersatz entdeckt ihr Herz für Bauern. "Keine Sorge" hat der Nestlé-Chef über die globale Erwärmung. Ganz im Gegenteil: "Wärmeperioden haben immer zur wirtschaftlichen Blüte geführt und Kälteperioden zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten", weiß der Spezialist für Industrieessen. Die Aussichten für Nestlé seien gut.
Das ist in der Tat zu befürchten, wenn man in Betracht zieht, was seit Jahren ausbleibender Regen zur Zeit in Australien oder Afrika schon anstellt: Millionen Bauern stehen vor ausgetrockneten Feldern und wurden Umweltflüchtlinge. Dass dabei Millionen Bauern Bankrott machen und noch mehr Menschen verhungern, erhöht natürlich die Geschäftschancen der Ernährungs-Designer wie Nestlé. Brabeck-Lethmathe treibt eine ganz andere Sorge um: "Wasser ist in großen Teilen der Welt einfach zu billig." Und: "Förderung von Biokraftstoff führt zu hohem Wasserverbrauch." Und: "Wir dürfen die Landwirtschaft nicht zur Ethanol-Erzeugung missbrauchen, sonst verteuern wir die Lebensmittel." Das trifft sicherlich zu, wenn Pflanzenöl aus Malaysia oder Indonesien nach Deutschland importiert wird oder Mais aus Mexiko in die USA, aber kein Ökologe will einen solchen Unsinn. Zur Produktion von Bioenergie geht es grundsätzlich um heimische Bioenergie. Aber zu dieser Differenzierung ist ein Konzernchef nicht mehr fähig, wenn es um eigene Milliardengewinne geht. Endlich haben die Bauern in Europa eine Chance, neben Lebensmittelproduzenten auch Energieproduzenten werden zu können, und sofort erheben die Konkurrenten der Bauern ihre warnende Stimme. Dieses Manöver ist zu durchsichtig, um ernst genommen werden zu müssen. Landwirte brauchen wir in Zukunft ohnehin nicht mehr - wir haben ja Nestlé. Wir brauchen nicht nur Fast-Food-USA - wir brauchen einen Fast-Food-Planeten. Das ist der Stoff, aus dem die Träume des Peter Brabeck-Lethmathe sind. Es wundert nicht, dass dieser Zyniker auch ein großer Freund von Gentechnik ist. Sein Argument: "Bis jetzt ist daran noch niemand gestorben." |
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