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Naher Osten. Es besteht die Gefahr, daß die
israelische Armee im Auftrag der USA Waffen auf syrischem Gebiet deponiert, die
dann kurz vor der US-Kongreßwahl im November als "Saddam Husseins
Massenvernichtungswaffen" medienwirksam "entdeckt" werden sollen.
Anfang des Jahres, am 11. Januar 2006, warnte Lyndon LaRouche bei einem
Internetforum in Washington nachdrücklich vor der Gefahr eines neuen
Krieges im Nahen Osten. Dabei sei es denkbar, daß US-Vizepräsident
Dick Cheney und der frühere israelische Ministerpräsident Benjamin
Netanjahu einen Betrug mit angeblichen Massenvernichtungswaffen vorhätten.
Wörtlich sagte LaRouche: "Wir haben eine Lage in Israel, die sehr
kompliziert und gefährlich ist, und Bush und insbesondere Cheney haben
damit auch zu tun. Wie Sie wissen, ist Ariel Scharon schwerkrank und
angeschlagen und wird vermutlich niemals wieder in einer israelischen Regierung
mitarbeiten können. Ob er überhaupt überlebt, ist in Anbetracht
seines Zustandes fraglich... Die Gefahr liegt darin, daß ein
Benjamin Netanjahu, eine der übelsten Figuren auf der politischen
Bühne in Israel, mit den Kreisen um Vizepräsident Cheney verhandelt.
Vizepräsident Cheney hätte gerne, daß Netanjahu einen Angriff
auf Syrien durchsetzt. Und wenn die israelischen Streitkräfte im Rahmen
dieses Angriffs auf syrisches Gebiet eindringen und es besetzen, würden
sie einige ,Beweisstücke' mitbringen, die sie zu diesem Zweck hergestellt
und in der Wüste gelagert haben. Damit soll dann ,bewiesen' werden,
daß Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen hatte, diese aber nach Syrien
verlagerte. In Wirklichkeit wären diese ,Beweise' von den Israelis aus der
israelischen Wüste, wo sie in Vorbereitung auf diese Operation aufbewahrt
werden, nach Syrien gebracht worden. Das ist es, was vorgeht. Es
könnte passieren, daß ganz Südwestasien explodiert, und
daß durch diese Komplikation plötzlich viel mehr US-Soldaten
getötet würden als bisher. Dies ist eine grauenhafte Lage. Es ist
praktisch Verrat des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, der als
Lügner bekannt ist, was die Zivilisation bedroht." Warum wir dies
veröffentlichen In den letzten Wochen erhielten LaRouches
Mitarbeiter bei EIR verschiedene Berichte qualifizierter amerikanischer und
israelischer Quellen, wonach ein verzweifeltes Weißes Haus unter
Bush-Cheney verschiedene "Oktober-Überraschungen"*) bereithält, die
alle darauf abzielen, die Wahlen zu Senat und Repräsentantenhaus im
November 2006 für die Republikanische Partei zu retten - ohne
Rücksicht darauf, daß jeder einzelne dieser unverantwortlichen
Pläne weltweiten Krieg auslösen kann. Die Informationen
stammen aus verschiedenen, voneinander unabhängigen Geheimdienstkreisen,
deren Angaben sich in der Vergangenheit als weitgehend, wenn auch nicht immer
hundertprozentig zutreffend erwiesen haben. Wir haben diese Berichte
überprüft, indem wir mit Experten aus verschiedenen Ländern und
Institutionen sprachen, die in einigen Fällen eigene Einschätzungen
und weitere Einzelheiten hinzufügten. In Anbetracht der Dichte an
Warnungen kamen wir zu dem Schluß, daß wir sie, unter einem
gewissen Vorbehalt, veröffentlichen müssen. So kann jetzt
beispielsweise kein Politiker der Demokratischen Partei, der im November
kandidiert, noch ehrlich behaupten, man habe ihn nicht vor solchen schmutzigen
Tricks aus dem Weißen Haus gewarnt. Wenn die Ereignisse in Südwest-
und Zentralasien, insbesondere im Irak und in Afghanistan, immer mehr
außer Kontrolle geraten, und wenn die Welt immer näher an eine
kettenreaktionsartige Finanzkatastrophe heranrückt, wird die Verzweiflung
in und um die Pennsylvania Avenue Nr. 1600 quasi das Ausmaß eines
Erdbebens erreichen. Ein hoher US-Geheimdienstmitarbeiter bemerkte zu
der Wahrscheinlichkeit einer "Oktoberüberraschung": "Es liegt völlig
im Bereich des Möglichen, daß dieses Weiße Haus mit Bush,
Cheney und Rove irgendwann vor den Novemberwahlen einen verzweifelten Trick wie
einen vorgetäuschten Zwischenfall mit Massenvernichtungswaffen versuchen
wird. War denn nicht der Irakkrieg selbst das Resultat eines solchen Schwindels
mit angeblichen Massenvernichtungswaffen?" Eine israelische Quelle mit
engen Verbindungen zur Kadima-Partei des Premierministers Ehud Olmert warnte
später, es könne sehr wohl sein, daß dieser Plan, vor dem
LaRouche in seinem Internetforum im Januar warnte, im Rahmen der laufenden
israelischen Bombenangriffe und Bodeninvasion des Libanon betrieben werde.
Vernünftigere Leute in den israelischen Militärinstitutionen sind
hingegen der Ansicht, wenn israelische Truppen solche angeblichen irakischen
Massenvernichtungswaffen auf syrischem Territorium deponieren, wäre das
unglaubwürdig und trüge das Risiko eines Rückschlags mit
schwerem politischen Schaden in sich. Eine seltsame Begegnung in den
Rocky Mountains Für den Verdacht einer neuen
"Oktoberüberraschung" spricht auch das mittlerweile berühmte
Wochenendtreffen zwischen Cheney und Netanjahu Mitte Juli während der
Konferenz des neokonservativen American Enterprise Institute am Beaver Creek in
Colorado. Netanjahu hat weithin hinausposaunt, daß er unmittelbar nach
seiner Rückkehr nach Israel der Regierung Olmert bei einem Treffen
ehemaliger israelischer Ministerpräsidenten Botschaften Cheneys
überbracht habe. Wenige Wochen später bedeckten israelische Kampfjets
den Libanon mit einem Bombenteppich, als Vorbereitung für eine israelische
Bodenoffensive, die schon bis ins Bekaa-Tal im Osten des Libanon nahe der
syrischen Grenze vorgedrungen ist. Beobachter aus der Region warnen,
auch wenn vielleicht weder Israel noch die US-Regierung vorhätten, den
Krieg über die Grenze auf Syrien auszuweiten, nehme die Wahrscheinlichkeit
einer solchen Ausweitung immer mehr zu, je länger die Aktionen des
israelischen Militärs im Libanon andauern. Sollte Syrien durch diese
israelischen Aktionen in den Krieg hingezogen werden, wäre ungewiß,
wie lange der Iran sich heraushalten würde. Dann wäre ein allgemeiner
Nahostkrieg nicht mehr aufzuhalten. Die Deutsche Bank hat neulich in
einem Bericht gewarnt, jeder Konflikt im Nahen Osten, der sich auf Syrien und
den Iran ausweitet, würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dazu
führen, daß die Straße von Hormus, der Hauptverkehrsweg der
Öltanker aus dem Persischen Golf, gesperrt würde. Dann würde der
Ölpreis auf 200 Dollar je Faß steigen. Andere
"Oktoberüberraschungen" Einige der befragten Experten
erwähnten auch andere Pläne für eine "Oktoberüberraschung"
seitens der Regierung Bush/Cheney. Eine sehr zuverlässige
US-Geheimdienstquelle berichtete von einer möglichen Machenschaft mit dem
iranischen Waffenhändler Manucher Ghobanifar, einem der Hauptschuldigen im
"Iran-Contra-Skandal" der 80er Jahre. Nach Angaben des Gewährsmanns hatte
der Iran während des Iran-Irak-Krieges 1980-88 für kurze Zeit eine
irakische Insel besetzt und irakische Chemiewaffen konfisziert, die sie
nachbauen konnten. Nun versuche Ghorbanifar, mehrere dieser "irakischen"
Chemiewaffen in die Hände zu bekommen, um sie Spezialeinheiten der
US-Armee im Irak zu liefern. Diese sollen sie irgendwo im Land deponieren, um
die "Massenvernichtungswaffen" im geeigneten Augenblick kurz vor der
Novemberwahl in den USA zu "entdecken". Ghorbanifar fordere für eine
solche Lieferung angeblicher "irakischer Chemiewaffen" 25 Millionen Dollar
Bezahlung. Ein Spezialist des US-Geheimdienstes mit engen Verbindungen
nach Pakistan berichtete von einem weiteren Plan. Die Vereinigten Staaten
hätten die Regierung Karzai in Afghanistan praktisch abgeschrieben. Diese
kämpft mit einem ständig stärker werdenden Aufstand der Taliban,
die jetzt Geschäfte mit einigen der großen afghanischen Drogenbarone
machen (Afghanistan produziert nach Schätzungen 90% des Opiums auf der
Welt). Nach Angaben dieser Quelle signalisiert die Regierung Bush über den
pakistanischen Geheimdienst Inter-Services Intelligence (ISI) die Bereitschaft,
den Taliban eine Rückkehr an die Macht zu gestatten - wenn sie als
Gegenleistung Osama Bin Laden und die Nummer Zwei der Al-Qaida-Führung,
Ayman Zawahiri, ausschalten. Europäische und arabische Diplomaten
äußerten ihre persönliche Ansicht, daß mit einer
verzweifelten "Oktober-Überraschung" des Weisen Hauses unter Bush und
besonders Cheney und Rove sehr wohl zu rechnen sei. Ein deutscher Nahostexperte
warnte vor einem zu engen Blick für potentielle Ziele. Auch die Ereignisse
in Iberoamerika böten zahlreiche Gelegenheiten, Chaos anzurichten,
besonders in Anbetracht der Instabilität Kubas, die der Tod des kranken
Fidel Castro auslösen könne, sowie laufender Pläne, die Lage in
Venezuela "explodieren" zu lassen, dessen Staatschef Hugo Chavez ein
Lieblingsobjekt des Hasses der Regierung Bush ist. Ironischerweise
wächst auch die Gefahr eines großen asymmetrischen Anschlags
innerhalb der USA massiv - nicht wegen irgendwelcher pubertären Phantasien
des Weißen Hauses, ein "neuer 11. September" würde das amerikanische
Volk hinter George W. Bush sammeln, sondern weil die USA den Haß der
ganzen Welt, insbesondere der muslimischen Welt auf sich ziehen, je mehr man
wahrnimmt, daß Washington den mörderischen israelischen Angriff auf
den souveränen Libanon steuert. Jeffrey Steinberg *)
"Oktober-Überraschung" bezieht sich auf den Präsidentschaftswahlkampf
1980, als der Republikaner Ronald Reagan die Wahl gegen Amtsinhaber Jimmy
Carter gewann. Reagans Vize George Bush senior und andere hatten mit dem
iranischen Khomeini-Regime ausgehandelt, daß 66 Amerikaner, die in der
US-Botschaft in Teheran als Geiseln gehalten wurden, erst nach der US-Wahl
freigelassen wurden, damit Carter keinen Vorteil davon hätte. Die USA
lieferten dem Iran dafür Waffen (Iran-Contra-Skandal). (Quelle: Neue
Solidarität, Jg.33 Nr.33, 16.8.2006)
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