Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 02.07.2006429

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
0
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
16.12. 1994 Prof. Phillip E. Johnson Michael Leitner
Das Denkproblem in der HIV- Wissenschaft

Prof. Phillip E. Johnson      mail an phil. e.johnson)


Die wissenschaftlichen Grundlagen der HIV- und AIDS-Forschung werden in dieser Arbeit nicht im Detail diskutiert werden. Um einen angemessenen Beitrag als Professor der Rechte zu leisten, werde ich mich auf die Argumentationsweise der AIDS-Forschung konzentrieren. Ich habe große Achtung vor wissenschaftlichen Methoden im eigentlichen Sinne. Wenn ich überzeugt wäre, daß diese Methoden richtig angewendet worden wären, um zu bestimmen, was AIDS ist, wie es verursacht wird und welche Menschen ein AIDS-Risiko haben, würde ich die Verlautbarungen der zuständigen Experten natürlich akzeptieren. Unglücklicherweise sind wissenschaftliche Methoden nie richtig angewendet worden, um die Ursache von AIDS zu bestimmen oder den Verlauf der proklamierten Epidemie vorherzusagen. Anstatt wirklicher Wissenschaft hatten wir bisher nur HIV-Wissenschaft, was etwas völlig anderes ist.

 Mein Ausgangspunkt ist eine Studie über das Verhalten von Geschworenen im Gericht, veröffentlicht von Daniel Goleman in der New York Times. In dieser Studie hat sich gezeigt, daß viele Geschworene ein Verhalten zeigen, welches die Forscher als "Vor-Urteilen" bezeichnen. Dieses Phänomen ist für Verhandlungserfahrene keine Überraschung.

 "Diese Geschworene entscheiden sich schon für eine Tatversion, nachdem sie ein Ereignis aus der Vorgeschichte überzeugt hat. Alles was nach der Eröffnung der Hauptverhandlung ihr Vorurteil untermauert, wird von ihnen für ihr Urteil herangezogen, der Rest unter den Tisch gekehrt. Wenn solche Geschworene den Verhandlungssaal betreten steht ihre Meinung schon fest.
Ungefähr ein Drittel dieser Geschworenen tendierten dazu, ihre Meinung mit der größten Vehemenz zu vertreten. Und diese waren es auch, welche in der Geschworenenberatung für die härtesten Strafen argumentierten. Dies gab ihnen übermäßigen Einfluß auf das schließliche Gerichtsurteil." [New York Times, 29.11.1994]

 Dieser Times-Artikel enthält mehr über menschliches Verhalten im allgemeinen, als über Geschworenengerichte. Dieses Verhalten ist in den Fakultätsversammlungen der Universitäten genauso anzutreffen, wie in den Gerichten. Diese Leute entscheiden sich sehr früh, und sind anschließend engstirnig. Sie haben großen Einfluß auf andere, weil die meisten Menschen Mitläufer sind, und sich anschließen wollen um weiterzukommen. Engstirnige, dominierende Persönlichkeiten sind in Berufen mit sehr starker Konkurrenz, wie der Hochfinanz und der Forschung, teilweise stark vertreten. Zum Beispiel muß ein Laborleiter der erste sein, der eine neue Theorie oder Entdeckung veröffentlicht, um dafür finanzielle Unterstützung zu bekommen. Weiterhin muß er genug Selbstvertrauen haben, um eine vielversprechende Idee voranzutreiben, entgegen den üblichen experimentellen Enttäuschungen und entmutigenden Bewertungen von wissenschaftlichen Journalisten. Wenn ein Wissenschaftler eine spekulative Idee in die Praxis vorantreibt, kommt er möglicherweise schneller weiter als seine vorsichtigen Kollegen. Wir würden solch einem Menschen gute Charaktereigenschaften wie Einsicht, Vision und Mut attestieren.

 Wenn die gleichen Eigenschaften zu stark ausgeprägt sind, werden sie pathologisch, und wir würden diese Person als dogmatisch bezeichnen. Um Dogmatismus nicht entstehen zu lassen, vertrauen wir auf die Kritikfähigkeit innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft, insbesondere auf das wichtigste Erfordernis, daß wissenschaftliche Aussagen experimentell nachprüfbar sein müssen. Die wissenschaftliche Methode an sich ist zuverlässig, wenn sie richtig angewendet wird. Ihr, und nicht der fehlbaren menschlichen Natur der Wissenschaftler, sollten wir vertrauen.

 Die Wichtigkeit von Kritikfähigkeit wurde bei den Ereignissen um die berüchtigte "Kalte Fusion" klar gezeigt. Die "Entdecker" schienen von der Größe der Entdeckung mitgerissen worden zu sein, die sie glaubten, gemacht zu haben. Und sie waren überzeugend genug, übereifrige Offizielle der Universitäten dahingehend zu beeinflussen, ihnen leichtfertig Mittel für ihr Anliegen bereitzustellen. Diese Sache hat dann deswegen nicht weiter ausgeufert, weil die wissenschaftliche Gemeinschaft die auf einer Pressekonferenz gemachten Verlautbarungen nicht demütig geschluckt hat, sondern auf experimentelle Resultate bestanden hat, die man nachvollziehen konnte. Wenn keine Kritik und unabhängige Überprüfung stattfindet sind Wissenschaftler nicht notwendigerweise glaubwürdiger als andere Leute. Wie die dominanten Geschworenen können sie verlockende Theorien schnell aufgreifen und sich weigern, widersprechende Fakten zur Kenntnis zu nehmen.

 Die HIV-Wissenschaft hat wie die kalte Fusion mit einer Pressekonferenz von Wissenschaftlern begonnen, welche sich Ruhm und Forschungsgelder erhofften. Der Unterschied war nur, daß keine weiteren Untersuchungen erfolgten, um die Entdeckung der kausalen Rolle des "AIDS-Virus" zu verifizieren. Heute ist klar, daß damals kein Beweis für die Verursachung von AIDS durch HIV erbracht wurde, weder auf der Pressekonferenz von Dr. Robert Gallo im April 1984, noch in den vier Artikeln, die sein Team einen Monat später in Science veröffentlichte. Alles, was Gallo präsentieren konnte, war, daß er in vielen, aber nicht in allen AIDS-Patienten Antikörper gegen ein Retrovirus gefunden hatte, welches er dann HTLV-III benannte.

 Warnsignale dafür, daß Gallo's Virus nicht die Ursache von AIDS sein könnte, gab es reichlich. Warum konnte Virus-Antigen nicht in ausreichenden Mengen in allen Patienten nachgewiesen werden? Wie aktiv war der Virus? Sollte das Vorhandensein von Antikörpern nicht eher darauf hindeuten, daß die Patienten Immunität gegen den Virus entwickelt hatten, anstatt daß der Virus das Immunsystem zerstört? Und vor allem, mit welchem nachvollziehbarem Mechanismus konnte der Virus nicht nur das Immunsystem zerstören, sondern auch noch solch unterschiedliche Krankheiten wie das Kaposi Sarkom (KS) und Demenz verursachen? Das Mysterium war umso größer, nachdem der Virus seine zerstörerische Arbeit erst viele Jahre nach der Infektion beginnen sollte, und nachdem er durch die vielen Antikörper, welche auf die Infektion hindeuteten, kaum nachweisbar war.

 In einer normalen wissenschaftlichen Umgebung wären alle diese Punkte monatelang in Konferenzen und Journalen diskutiert worden, bevor man sich auf HIV als Ursache von AIDS festgelegt hätte. Gallo's Logik war wie folgt: "Wir haben Antikörper gegen einen zuvor unbekannten Virus in vielen AIDS-Patienten gefunden; deswegen verursacht dieser Retrovirus auch all diese verschiedenen Krankheiten, welche wir nun AIDS nennen." Warum merkten die anderen Wissenschaftler nicht, daß diese Argumentation grotesk war?

 Es kann keine Entschuldigung für solch eine professionelles Fiasko geben, aber es gibt Umstände, die es teilweise erklärlich machen können. Wissenschaftler gehen üblicherweise davon aus, daß die in wissenschaftlichen Journalen wie Science veröffentlichten Arbeiten einer kritischen Prüfung unterzogen werden. In diesem Fall sind die Artikel aber mit Eile zur Veröffentlichung getrieben worden. Diese Eile entsprach den spürbaren Bemühungen der Gesundheitsbehörden, und sie entsprach der Notwendigkeit, verlorenes Ansehen zurückzugewinnen, wegen der Erstisolierung des Virus durch die Franzosen, die eine Probe vertrauensvoll Dr. Gallo zugesandt hatten. Nachdem die Entdeckung des "AIDS-Virus" verkündet worden war, wurde das Rennen um ein Heilmittel oder einen Impfstoff, Forschungsgelder und Ruhm in Aussicht, eröffnet.

 Für die Widerlegung der offiziellen Theorie wurden keine Gelder bereitgestellt. Hätte jemand versucht, die Schuldigkeit des Virus zu überprüfen, hätte er wegen der Verschwendung von wertvoller Zeit, die für die Suche nach dem Heilmittel besser hätte eingesetzt werden können, wie ein Narr dagestanden. Hätte ein Forscher ernsthafte Gründe gefunden, die Theorie anzuzweifeln, hätte er keinen Ruhm, sondern den Zorn enttäuschter Kollegen geerntet. Bei der kalten Fusion gab es eine Opposition von skeptischen Physikern, die begierig darauf waren, den Chemikern den Nimbus zu stehlen, die Entdeckung gemacht zu haben. Die AIDS-Forschung war von Anfang an die Sache von nur einer Expertengruppe.

 Die HIV-Theorie hat sich deswegen so schnell durchgesetzt, weil sie das AIDS-Mysterium so löste, wie es jeder der großen Mitspieler haben wollte. Virologen wie Dr. Gallo, die bei der Suche nach Krebsviren versagt hatten, hatten nun garantierte Forschungsgelder für Jahre. Epidemiologen am CDC (Center for Desease Control) erlangten wieder Aufmerksamkeit und Prestige. Die Reagan Administration konnte, nachdem sie angesichts der "Pandemie" wegen angeblicher Tatenlosigkeit in Zugzwang war, auf einen durchschlagenden Erfolg verweisen und die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes versprechen. Die Organisationen der AIDS-Patienten konnten auf ein Heilmittel hoffen, und ihnen wurde versichert, daß nicht ihr Lebensstil, sondern ein neuer Virus an ihrem Zustand Schuld sei. Pharmaziekonzerne, allen voran Burroughs Wellcome, der Hersteller von AZT, standen bereit, ihr Glück zu versuchen. Keiner hatte Grund zu zweifeln.

 Keiner, daß heißt, bis Peter Duesberg 1987 seinen berühmten Artikel in Cancer Reserch veröffentlichte. Aber es war zu spät für eine Umkehr. Die Forschungsgemeinde war total auf HIV festgelegt, und ihr Ansehen stand auf dem Spiel. Zusätzlich sind mittlerweile Tausende von Patienten mit AZT behandelt worden, einem extrem toxischen Medikament, dessen erhoffte Wirkung vollständig darauf aufbaute, daß es HIV-infiziertr Zellen tötete. Wenn die HIV-Theorie falsch war, wären diese Menschen vergiftet worden. Die Verantwortlichen für die Zulassung und die Verschreibung hatten kein Interesse, zu erwägen, ob sie an einer solchen Unverantwortlichkeit schuld sein könnten. Trotzdem hätte man erwarten können, daß die wissenschaftliche Gemeinde die Herausforderung annimmt. Duesberg war einer der herausragenden Virologen der Welt, und seine Logik war beeindruckend. Er wies darauf hin, daß Retroviren von ihrer eigendsten Natur aus diejenigen Zellen nicht töten, die sie infizieren. Gerade weil sie für ihre Reproduktion mit den Zellen kooperieren, wurden sie als potentielle Krebsviren gehandelt. Krebs hat mit dem pathologischen Wachstum von Zellen zu tun, und nicht mit derem Verschwinden. Wie konnte sich die die Forschergemeinde über die Verursacherrolle von HIV so sicher sein, wenn keine Mechanismen der Zelltötung gefunden werden konnten, und wenn Zellzerstörung nicht mit dem konsistent schien, was man über diese Retroviren wußte?

 Duesberg argumentierte ohne nennenswerte Widersprüche, daß die Koch'schen Postulate, der allgemein akzeptierte Standard für die Bestimmung einer mikrobiologischen Ursache, eindeutig nicht erfüllt sind. HIV ist nicht in allen Patienten mit AIDS-definierten Krankheiten nachweisbar; andererseits war aktiver Virus in Patienten mit Vollbild-AIDS nur sehr schwer aufzufinden. Die Anwesenheit von Antikörpern ist kein Hinweis, daß ein Mensch gerade von einem Virus angegriffen wird; sie ist eher ein Hinweis darauf, daß das Immunsystem die Infektion in Schach hält. Man konnte bei der Infizierung von Chimpansen nicht feststellen, daß AIDS entsteht. Das Naheliegendste war also, daß HIV nur einer der vielen "Trittbrettfahrer"-Viren ist, die in vielen AIDS-Patienten aufzufinden sind. Wo war der Beweis, daß er die Ursache war?

 Über zwei Jahre lang ignorierte die Forschergemeinde diese scharfe Kritik. Als das HIV-Establishment 1989 Duesberg endlich in Nature antwortete, nahmen sie in den Artikeln von Robin Weiss und Harold Jaffe die Ursacherrolle von HIV als gegeben hin, verteidigten die offizielle Position mit einer Serie von fragwürdigen Argumenten und reagierten mit Hohn und Spott. Ich war schockiert. Diese Art der Reaktion hält bis zum heutigen Tage an. Ernsthafte Fragen werden mit frivolen Antworten beschieden. Frage: Warum löst HIV in infizierten Chimpansen kein AIDS aus? Antwort: Das bedeutet nur, daß HIV beim Menschen AIDS verursacht, und nicht bei Chimpansen. Frage: Wie kann HIV die Zellen des Immunsystems vernichten, wenn es nur eine sehr kleine Anzahl davon infiziert? Antwort: Mit HIV assoziierte Gensequenzen (kein aktiver Virus) können mit der PCR-Technik in den Lymphknoten in relativ großer Anzahl nachgewiesen werden. Frage: Warum gibt es so viele berichtete Fälle von AIDS-definierten Symptomen wie KS und niedriger T-Zellrate in Abwesenheit einer HIV-Infektion? Antwort: Wenn HIV vorhanden ist, ist er die Ursache dieser Krankheiten; ist er nicht vorhanden, sind diese Krankheiten von irgendetwas anderem bedingt.

 Ich könnte mit diesen Beispielen noch weiter fortfahren, aber die Argumente sind immer die gleichen. Seriösen Fragen wird mit frivolen Antworten begegnet, weil die HIV-Wissenschaft von Leuten wie diesen dominanten Geschworenen praktiziert wird, die sich festgelegt haben, bevor alle Fakten auf dem Tisch waren, und die dann nicht mehr weiter zuhören. Die HIV-Theorie wurde zum Dogma, und so genügen auch offenkundig fragwürdige Antworten um widersprechende Fakten hinwegzudiskutieren. Das wissenschaftliche HIV-Establishment kommt deswegen damit durch, weil die AIDS-Forschung von oben her kontrolliert wird, und weil fügsame Wissenschaftsreporter und -redakteure ihnen diese Eigenpropaganda durchgehen lassen. Die HIV-Wissenschaftler behaupten, es sei "homophob" die HIV-Theorie zu hinterfragen, oder daß Reporter, die den wachsenden Zweifel publizieren, für den weiteren Anstieg der Epidemie verantwortlich seien. Einige Stimmen in der biomedizinischen Forschergemeinde, welche von HIV-Forschungsgeldern abhängig ist, haben Protest angemeldet. Peter Duesberg, dem praktisch wegen seiner Häresie alle Forschungsgelder gestrichen wurden, ist ein warnendes Beispiel für alle anderen.

 Ich begegnete Duesberg in der HIV/AIDS-Kontroverse vor ungefähr fünf Jahren, als ein Juraprofessor mit Interesse an der Wissenschaftstheorie. Die erste Begegnung war, als er mich wegen der verworfenen Erneuerung seines "Outstanding Investigator Grant"-Stipendiums um Rat fragte. Zum Hintergrund: Es war augenscheinlich, daß ein früherer Prinz der Wissenschaft nun auf der schwarzen Liste stand. Duesberg wollte wissen ob eine Revision möglich sei, da der Ausschuß, der seine Unterstützung gestrichen hatte, hauptsächlich aus solchen Personen bestand, die persönliches und finanzielles Interesse an derjenigen Theorie hatten, die er hinterfragte. Ich mußte ihm sagen, daß das Gericht sich dem kollektiven Urteil der Forschergemeinde fügen würde, und daß er schon beträchtlichen Rückhalt unter den Wissenschaftlern gewinnen müßte, um die Chance einer gerichtlichen Fortführung zu bekommen. Im weiteren Verlauf dieser Konversationen bekam ich immer mehr Einblick in die diskutierten, wissenschaftlichen Streitfragen.

 Für einige Zeit sah ich die ganze Angelegenheit nur als eine Frage der freien Meinungsäußerung: ein prominenter Wissenschaftler hatte begründete Zweifel an der gängigen Lehre, und anstatt ernstgenommen zu werden, wurde er bestraft. Ich dachte mir, er verdient eine faire Anhörung, war mir aber nicht sicher, was dabei herauskommen könnte. Duesberg und andere Häretiker (wie Harvey Bialy und Robert Root-Bernstein) hatten sicherlich einige gute Argumente gegen die HIV-Theorie, aber sie boten keine gangbare Alternative. Duesberg's alternative Theorie (daß der Drogenmißbrauch für einen großen Teil der AIDS-Epidemie verantwortlich sei) schien ihre eigene Schwächen zu haben. Ich war teilweise beunruhigt über das offensichtliche Fehlen von dokumentierten Fällen mit Vollbild-AIDS ohne HIV-Infektion, obwohl es einige Stimmen gab, die dies behaupteten.

 Es waren zwei Ereignisse, die mich 1992 davon überzeugten, daß Duesberg Recht hatte (was seine Kritik der HIV-Theorie betraf), und daß eine unabhängige Überprüfung des gesamten AIDS-Phänomens überfällig war. Das erste Ereignis war das Auftauchen der Fälle von "AIDS ohne HIV" bei der internationalen AIDS-Konferenz in Amsterdam im Jahre 1992, und speziell der unehrliche Umgang mit diesen Fällen durch die Offiziellen der CDC und NIH (National Institute of Health). Vor dem Hintergrund, daß die HIV-Wissenschaftler damals zugaben, daß die Mechanismen der HIV-Verursacherrolle ein totales Mysterium waren, war jede Schwäche des nun entscheidenden Korrelationsargumentes von größter Aussagekraft. Das Auftauchen von todkranken AIDS-Patienten ohne HIV-Infektion erforderte eindeutig eine vollkommene Neubewetung der Theorie. Erstrecht nachdem die besten High-Tech-Apparate für die Suche nach dem Virus eingesetzt worden waren.

 Der Anlaß für eine Neubewertung war auch deswegen so dringend, weil die bekannten Fälle von "AIDS ohne HIV" möglicherweise nur die Spitze des Eisberges waren. Wegen der HIV-basierten Definition von AIDS ist es schwierig, solche Fälle in Erfahrung zu bringen. AIDS ist eine Gruppierung von 29 zuvor bekannten Krankheiten, welche nur dann mit AIDS diagnostiziert werden, wenn HIV-Antikörper vorhanden sind oder vermutet werden. Wenn alle Antikörper-negativen AIDS-Fälle als "AIDS ohne HIV" registriert werden würden, würde die starke Korrelation von HIV und AIDS zusammenbrechen. Und diese vermeintliche Korrelation war der einzige Beweis, daß HIV die Ursache von AIDS ist. Die Offiziellen in Amsterdam wußten von diesen Fällen schon vorher, hatten ihre Existenz aber verschwiegen. Anstatt daß sie diesen Fällen nun redlich und öffentlich begegneten, verbargen sie die wahre Begebenheit und zeigten Betroffenheit, wegen eines gefürchteten "neuen Virus", der die Ursache dieser Fälle sein könnte. An diesem Punkt war ich schließlich überzeugt, daß wir es mit einem wissenschaftlichen Establishment zu tun hatten, welches unabhängig von den Fakten darauf erpicht ist, die favourisierte Linie weiter zu vertreten (ähnlich wie bei den Geschworenen im Artikel der New York Times).

 Das zweite Ereignis, welches mir zu einer Entscheidung verhalf, war meine Teilnahme an der Überarbeitung von Duesberg's größerem Artikel "AIDS - Erworben durch Drogenmißbrauch und anderen nichtinfektiösen Risikofaktoren", welcher im internationalen Journal Pharmacology and Therapeutics 1992 erschien. Duesberg bat mich um eine kritische Überarbeitung, und ich war genügend daran interessiert, mich Zeile für Zeile und Quelle für Quelle hindurchzuarbeiten. Durch einen Zufall hatte ich noch eine zusätzliche Rolle, weil der federführende Redakteur von Duesberg's Artikel, Prof. David Shugar von der Universität von Warsaw, nur über electronic mail mit Duesberg kommunizieren konnte. Ich lernte dabei das Internet kennen, und Duesberg wußte kaum, was eine email war. So wurde ich zum Übermittler zwischen Autor und Redakteur. Es kamen viele Kritiken von vielen verschiedenen Autoritäten, und alles mußte berücksichtigt werden. Auf diese Weise wurde ich mit allen Punkten der HIV/AIDS-Kontroverse vertraut, und ich wurde überzeugt, daß Duesberg ernsthafte Wissenschaft betrieb, und das HIV-Establishment nicht.

 Was mich überzeugte war nicht so sehr ein bestimmter Punkt, sondern die Anhäufung von Beweisen aus allen Richtungen, und teilweise das beharrliche Weigern der HIV-Wissenschaftler, die Probleme der Beweisführung ernst zu nehmen. Duesberg bemühte sich, die Validität der HIV-Theorie zu testen, während seine Gegner Fakten einfach ignorierten oder einzelne Punkte vorschnell beantworteten, ohne dabei die Konsistenz zum bisher Gesagten zu berücksichtigen. Beispiel: Die afrikanischen Statistiken werden jedesmal herangezogen um zu belegen, daß "weltweit" Frauen und Männer das gleiche Risiko für AIDS haben (In den U.S.A. und Europa sind fast 90 % der AIDS-Fälle Männer). Auf der anderen Seite werden die afrikanischen Statistiken jedesmal verworfen, wenn sie ein Problem für die HIV-Theorie darstellen, weil ja "jedermann weiß", daß afrikanische Statistiken unzuverlässig sind.

 Sogar das Zugeständnis, daß das Kaposi Sarkom nicht von HIV verursacht wird, gibt den HIV-Wissenschaftlern keinen Anlaß zum Nachdenken oder zur Überprüfung der Tausenden von Fällen von "KS-AIDS" ohne Antikörpertest. KS tritt häufig bei HIV-negativen Personen auf, und in den U.S.A. ist KS spezifisch für Homosexuelle. Deswegen müßte etwas dieser Patientengruppe eigenes, wie zum Beispiel der Gebrauch von Amyl-Nitrit (poppers), die vorrangige Ursache von KS sein. Virologen, welche die Toxikologen in der Hierarchie der HIV-Wissenschaft verdrängt haben, bevorzugen, KS einem mysteriösen Virus in die Schuhe zu schieben, welcher nie entdeckt wurde. Auf jeden Fall ist dieser Virus nicht HIV. KS war die ursprüngliche AIDS-Indikatorkrankheit, und die Entdeckung von KS bei vielen HIV-freien Homosexuellen hätte eine größere Überprüfung derjenigen Annahmen einleiten müssen, auf denen die HIV-Theorie gegründet wurde. Tatsächlich hatte diese Entdeckung keinen Einfluß auf die HIV-Wissenschaft. Diese konstante Weigerung wissenschaftlich zu arbeiten hat mich davon überzeugt, daß die HIV-Wissenschaft eine Pseudowissenschaft ist, und daß ihre inflationären Ankündigungen unglaubwürdig sind. Die Irrationalität und die falschen Wiedergaben in der HIV-Wissenschaft halten bis heute an. Erstes Beispiel: die offiziellen Statistiken zeigen an, daß sich die absolute Anzahl HIV-positiver Menschen in der U.S.-Bevölkerung seit dem Beginn der Antikörpertests um keinen Iota verändert hat, sie ist bei knapp einer Million konstant geblieben. Trotzdem wird diese Statistik kontinuierlich der Öffentlichkeit so präsentiert, als ob sie ständig am Ansteigen wäre. Und über Orte wie Afrika, wo zuverlässige Statistiken nicht existieren, wird berichtet, daß der Virus jährlich Millionen von Menschen infiziert.

 Lawrence Altman berichtete am 1. März 1994 in der New York Times, daß die CDC die U.S.Statistik demnächst von einer Million auf 600.000 bis 800.000 herunterkorrigieren würde, entsprechend den neuesten Studien, die eine kleinere Zahl nahelegen. Diese Korrektur nach unten wurde nicht bekanntgegeben, und es gab auch keine öffentliche Diskussion über diesen wichtigen Punkt. Warum nicht? Eine offene Diskussion über HIV und AIDS würde klarmachen, daß das Aufrechterhalten einer "Epidemie" maßlos übertrieben war, und daß die HIV-Infektionen in den U.S.A. nicht im Anstieg sind. Das öffentliche Bewußtwerden dieser Tatsachen würde die Glaubwürdigkeit der HIV-Forscher gefährden, und es würde einen nicht rückgängig zu machenden Skeptizismus darüber verursachen, daß HIV in Afrika und Asien explodiert. Aus ähnlichen Gründen fährt das HIV-Establishment fort, zu versichern, daß es jeder bekommen könne. Die Experten wissen, daß AIDS in den ursprünglichen Risikogruppen verblieben ist, und daß es nicht unter den drogenfreien Heterosexuellen auftaucht. Aber um das zuzugeben, müßten sie die Überdimensionierung der HIV-Forschung, im Vergleich zu weit größeren Gesundheitsgefahren, und die Widerlegung der HIV-Theorie eingestehen.

 Zweites Beispiel: Das HIV-Establishment hielt viel von einer Studie von Dean Mulder "Zweijährige HIV-1-Sterblichkeitsstudie einer ländlichen Population in Uganda" [Lancet vol.343, p. 1021]. Diese Studie zeigte eine höhere Todesrate bei den Antikörpertest-Positiven im Vergleich zu den Negativen, speziell in der Altersgruppe von 25 -34 Jahren. Die Offiziellen der CDC und anderer AIDS-Organisatioen zitierten diese Studie als einen Beweis dafür, daß eine AIDS-Epidemie, verursacht von HIV, Afrika verwüstet.

 Die HIV-Propaganda erwähnte nicht, daß diese Menschen nicht an AIDS starben. 64 antikörperpositive Menschen wurden als gestorben registriert, und davon wurden nur fünf, nach der afrikanischen "Bangui"-Definition, mit AIDS diagnostiziert. Für die Bangui-AIDS-Diagnose genügen Symptome wie anhaltender Gewichtsverlust oder chronische Diarrhoe. Weiterhin ist die Annahme irrtümlich, die positiv-getesteten Ugander seien tatsächlich HIV-infiziert, da falsch positive Antikörpertests weit verbreitet sind, speziell in Afrika. Dieses Ergebnis von vielen nicht-AIDS-Toten unter Menschen, die nur vielleicht HIV-infiziert gewesen sind, wurde für den Beweis der HIV-Theorie und der Existenz einer afrikanischen AIDS-Pandemie verwendet. Dies ist ein anschauliches Zeugnis für die Voreingenommenheit und die intellektuelle Unwahrhaftigkeit, welche die HIV-Forschung dominieren.

 Der Fairness halber muß ich sagen, daß nicht alle Aussagen der HIV-Forschung so offensichtlich unlogisch oder leicht widerlegbar sind. Man spricht von über 100.000 veröffentlichten Artikeln über HIV/AIDS, wovon praktisch alle aus Quellen der HIV-Administration finanziert wurden. Einige dieser Artikel zeugen von einer starken Korrelation von AIDS-definierten Krankheiten und HIV-Infektion in bestimmten Populationen, und von keiner Korrelation mit anderen vermuteten Faktoren wie z.B. Drogenmißbrauch. Die Auswertung spezieller Studien ist die Arbeit von Spezialisten mit Zugriff auf das Daten-Rohmaterial. Ein allgemeiner Beobachter wie ich kann nur das Offensichtliche festhalten: erstens, Korrelationsstudien sind nur dann valide, wenn die Forscher gewissenhaft und vorsichtig alle möglichen Alternativen mit einbeziehen; und zweitens, ein Forscher-Establishment wird mit Milliarden von Dollars immer in der Lage sein, ein paar überzeugende Studien zusammenzustellen. Die HIV-Wissenschaft hat immer und immer wieder gezeigt, daß sie nicht einmal die Würdigung durch nur einen Zweifel verdient.

 Zusammenfassung: Das Problem mit der HIV-Forschung ist nicht, daß ein bestimmtes factum die Theorie widerlegen könnte, daß eine von HIV verursachte Pandemie den Planeten verwüstet. Es ist die Anhäufung von Hinweisen aus allen Bereichen, welche jeden Aspekt der Theorie in Frage stellt. Die HIV-Forscher antworten mit den üblichen Waffen einer Pseudowissenschaft: aus der Luft gegriffene Annahmen; fragwürdige Argumente; Vertrauen auf das am wenigsten Wahrscheinliche, anstatt auf das Wahrscheinlichste; Manipulation von Statistiken bis zur völligen Verdrehung. Für die wissenschaftliche Gemeinde ist es an der Zeit, die HIV-Wissenschaft fallenzulassen, damit echte Wissenschaft ihren Platz einnehmen kann.
 
 

Der Anruf

Es war schon fast Mittag, und ich saß gerade in meinem Büro, während ich mich mit einer Jurastudentin über das anstehende Strafrechtsexamen unterhielt. Da schellte das Telefon. Ich sagte der Studentin, ich würde dem Anrufer sagen, daß ich ihn später zurückrufen werde, um die Unterhaltung fortsetzen zu können. Der Anrufer fragte mich, ob ich für eine längere Unterredung Zeit hätte, und stellte sich als "Bob Gallo" vor. Ich erkannte die Stimme aus TV-Interviews und sagte der Studentin, sie möge später noch einmal wiederkommen, ich müßte den Anruf entgegennehmen.

 Es folgte eine 35 Minuten lange Ansprache von Gallo. Er rief mich an, weil er meinen AAAS-Artikel (American Association for the Advancement of Science) in der aktuellen Ausgabe von Reappraising AIDS gelesen hatte. Er meinte, es sei eine vernünftige und sachliche Abhandlung, und viel besser als die anderen Artikel der Häretiker. Er rief mich hauptsächlich deswegen an, um gegen meine darin enthaltene, etwas laxe Referenzierung der Kontroverse zwischen JAMA und Science zu protestieren (Anschuldigungen einen von Gallo's Laborartikeln betreffend). Er lieferte mir eine leidenschaftliche und detaillierte Verteidigung seiner Position in dieser Kontroverse; auf diese Weise hat er schon viele Reporter überwältigt. Während dem Gespräch schien Gallo eher mit seiner Integrität in dieser Sache beschäftigt zu sein, als darüber, was denn nun die Wahrheit über HIV und AIDS sei (er nahm das alles sehr persönlich).

 Dann lenkte er das Gespräch auf mehr allgemeine Dinge, belehrte mich in einer vagen und weitschweifenden Weise, daß die Häretiker Theoretiker seien, mit keinem Gefühl für die medizinische Realität, und darüber, wie all die Anomalien der HIV-Theorie erklärt werden können, und so weiter. Ich war hauptsächlich am Zuhören, aber nach einer Weile (er schien den ganzen Nachmittag damit fortfahren zu wollen) versuchte ich die Diskussion auf Afrika zu lenken (Gallo hatte meinen Artikel gelobt, also gut, warum nicht eine sachliche Neubewertung der afrikanischen Daten versuchen? Speziell wegen dem Artikel von Max Essex, welcher die Unzuverlässigkeit der Antikörpertests angedeutet hat). Gallo drängte mich Max Essex anzurufen, um mein fehlerhaftes Verständnis korrigieren zu lassen, und antwortete mir auf eine Weise, die ich nur mit einem ungestümen Wortschwall bezeichnen kann, über KS, über multifaktorielle Ursachen von Krankheiten, und so weiter.

 Immer und immer wieder kam Gallo auf das Thema seiner persönlichen Integrität zu sprechen, was ihn nicht mehr loslies. Er habe die Pressekonferenz 1984 nicht einberufen. Im Gegenteil, er war gerade auf Reisen (ich glaube, er sagte Europa), als er zurückgerufen wurde, weil Staatssekretärin Heckler eine Pressekonferenz machen wollte. Er war auch nicht wegen dem Geld dort. Er hat den Antikörpertest nur wegen einer Anweisung der Regierung patentieren lassen, um betrügerische Nachahmungen zu vermeiden. Das brachte ihm damals nur 300 Dollar ein. Dann änderte die Reagan Administration die Regeln, und er verdiente einige hunderttausend Dollar, von dem aber alles an Anwälte ging (das glaube ich!). Ärgerlich versicherte er mir, daß niemand, speziell Peter Duesberg, je behaupten würde, er wäre von Habgier getrieben (er schien sich gerade gegen eine geballte Ladung Habgier aus allen Richtungen zu verteidigen). Der Tenor der Konversation insgesamt war: "ich bin unschuldig. Meine Motive waren immer ehrenhaft. Es gibt einen Weg alle Diskrepanzen zu klären. Es liegt nicht an mir". Ich versicherte Gallo meiner Wertschätzung für den Anruf, daß er mich ernstnahm, und daß er auf alle Punkte einging. Ich beendete die Unterhaltung und sagte: "Meiner Meinung nach stecken sie und alle ihre Kollegen in diesem Geschäft in großen Schwierigkeiten". Er antwortete, daß dies eine Möglichkeit wäre, und daß er meine Meinung akzeptiert, obwohl er nicht damit übereinstimmt.

 Ich begehe keinen Vertrauensbruch mit der Veröffentlichung dieses Berichtes. Gallo hat mich nie um Vertraulichkeit gebeten, und ich war bei der Wiedergabe der Fakten vorsichtig: alles was er sagte zielte darauf ab, seine Position zu verteidigen. Aber ich verlor den Eindruck, daß dieser Mensch von Schuldgefühlen geplagt wird.

 Phillip E. Johnson



 zur Phillip E. Johnson Homepage

Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...

 

Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info

Zurück zur Seite vorher

Zur Gesamtübersicht


Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.