Strophanthin, genauer: g-Strophanthin, eine pflanzliche
Substanz aus einem afrikanischen Kletterstrauch, die in den 1930er bis 1950er
Jahren intravenös in der deutschen Herzmedizin führend war und erst
vor einigen Jahren als körpereigene Substanz identifiziert wurde,
verhindert auch in oraler Form den Herzinfarkt zu fast 100 %, und dies ohne
nennenswerte Nebenwirkungen zu haben und ohne besonders teuer zu sein. Obwohl
die hervorragenden Therapie-Erfolge und die dynamischen Wirkungen von 1950 bis
2000 mit einer erdrückenden Fülle von (z.T. Doppelblind-) Studien und
Berichten dokumentiert sind, wird g-Strophanthin, das Insulin des
Herzkranken, von den Lehrbüchern mit groben Unwahrheiten
fehlbeurteilt und abgelehnt ein chronischer, unfaßbarer
Riesen-Skandal.
Da die große
Doppelblindstudie fehlt, die die finanziellen Verhältnisse der
Herstellerfirma übersteigt und auch von einem Konzern wegen abgelaufener
Patentrechte kaum durchgeführt werden wird, droht dem oralen
g-Strophanthin sogar das Aus durch die möglicherweise versagte
Nachzulassung. Auch die Aufnahme in die Positivliste wurde durch die letzlich
unbegründete negative Stimmung diesem Mittel gegenüber leider
verwehrt.
Es geht um die Rehabilitation dieser altbewährten
Substanz. Die therapeutischen Ergebnisse drängen auf eine weitere,
eventuell staatliche Prüfung dieses vielversprechenden
Medikaments.
Der Autor ist nur Heilpraktiker, bzw.
Heiltheoretiker, der sich nach Abschluß seiner Ausbildung
1997 fast ausschließlich mit Strophanthin beschäftigt und alle
verfügbaren Publikationen intensiv gesichtet und die relevanten 1380 in
einem Buch dargestellt hat, wobei auch konträre Ergebnisse
berücksichtigt wurden. Prof. Hans Schaefer aus Heidelberg, ein
jahrzehntelang führender deutscher Physiologe, gab sein
Vorwort.
Das Buch ist so wissenschaftlich detailliert wie nötig
geschrieben, um von einem Mediziner ernst genommen werden zu können UND so
allgemeinverständlich wie möglich, damit es auch der Laie ohne
medizinisches Vorwissen verstehen kann. Dieser wird sorgfältig in die
Thematik hineingeführt. Rolf-Jürgen Petry:
Strophanthin der mögliche Sieg über den Herzinfarkt. Die
Fehlbeurteilung eines außergewöhnlichen Medikaments eine
altbewährte pflanzliche Substanz und neuentdecktes Hormon. - ISBN
3-00-010149-7 Hardcover 17 x 24 cm, 286 Seiten, 37 Abbildungen Im Buchhandel
erhältlich zu 21,90 Euro bzw. 33,30 Schweizer Franken Oder direkt
portofrei beim Verlag Florilegium, Postfach 1305, 27442 Gnarrenburg, e-mail:
strophanthin@web.de
Vorwort zum
Buch
Im zweiten Weltkrieg wurde ich als Soldat
verpflichtet, einige Zeit lang die Leitung eines Reserve-Kurlazaretts des
Heeres in Bad Nauheim zu übernehmen. Für das Militär schien ich
deshalb geeignet, weil ich als Abteilungsleiter am
W.G.Kerckhoff-Herzforschungsinstitut in Bad Nauheim war. Daß ich erstens
Theoretiker, zweitens auch als solcher erst kürzlich zur Kardiologie
gekommen war, machte den Vorgestzten nicht viel Eindruck. Immerhin wurde mir
formal einer der versiertesten Kardiologen Nauheims, Dr. Kurz vorgesetzt, mit
dem ich mich dann so arrangierte, daß ich von ihm die Klinik, er von mir
die Theorie lernte. Aus dieser Arbeit entstand mein 1951 veröffentlichtes
Buch über Theorie und Klinik des EKG. Was ich in dieser klinischen Zeit
lernte, war die absolut einzigartige Rolle des intravenös verabreichten
Strophanthins. Ich sah, daß unter Bad Nauheims Herzspezialisten diese
Ansicht durchwegs geteilt wurde. Ich habe nach diesem militärischen
Zwischenspiel die klinische Kardio-logie verlassen, ging 1950 nach Heidelberg,
erfuhr dort auch von den Wunder-wirkungen dieser Droge, die Fraenkel hier schon
1906 eingeführt hatte, als Chef der Anstalt "Speyershof". Kliniker wie
Plügge in Heidelberg, der weltbekannte Edens, mein Freund Schimert und
viele andere bewiesen mit ihrer Anwendung des Strophan-thins, daß hier
eine Kardinal-Therapie sowohl der Angina pectoris als auch eine Prophylaxe des
Infarkts vorlag.
Um diese Zeit besuchte mich der Stuttgarter
Kliniker B. Kern, um meine theoretischen Ansichten über Strophanthin zu
hören. Er hatte wenig Ahnung von Epidemiologie, ebenso wie ich damals
auch. Epidemiologie brach sich erst in den späten sechziger Jahren als
klinische Forschungsmethode Bahn. Kern arbeitete also wie seine Kollegen im
epidemiologiefreien Raum klinischer Forschung.
Kerns Methode war aber die Applikation des
oralen Strophanthins. In der Klinik hatte man inzwischen die intravenöse
Therapie mit Strophanthin aufgegeben und durch orale Glykosid-Behandlung
ersetzt. Aber eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Strophanthin-Problem
setzte bei mir erst mit dem spektakulären Symposium auf der Molkenkur in
Heidelberg ein, an dem ich nicht teilnahm, über das ich aber von meinen
Freunden, insbesondere W. Doerr, sehr bald unterrichtet wurde. Mehrere meiner
klinischen Freunde sagten offen, daß dieses Symposium mehr einem Tribunal
als einem wissenschaftlichen Disput geglichen habe, und nicht selten wurde die
Art, wie man über orales Strophanthin und über Berthold Kern
geurteilt habe, als skandalös empfunden. Erst als ich die Theorie des
Infarktes von der Sozialmedizin her zu durchdenken begann, ordneten sich meine
Gedanken auch über die Theorie des Infarktes. Seitdem läßt mich
der Gedanke, daß hier wissenschaftliche Fehlurteile zu bedauerlichen
Fehlern der kardialen Therapie führten, nicht mehr los.
Dieses Buch ist der Versuch, mit den Gegnern
der oralen Strophanthin-Behandlung sachlich zu diskutieren. Daß dabei
auch die Theorie des Infarktes eine Rolle spielt, liegt an dem Angriffsort des
Strophanthins, der Myokardzelle, die, wie wir glauben, der Mittelpunkt des sog.
Herzinfarktes ist.
Dieses Buch muß dem Fachmann freilich
problematisch erscheinen. Sein Autor ist weder Arzt noch Pharmakologe. Seine
Leistung besteht darin, mit Intelligenz und großer Sorgfalt die
einschlägige Literatur (über 1000 Zitate) gelesen und auf ihre
logischen Widersprüche hin ausgewertet zu haben. Der Autor suchte mich
sehr früh auf. Meine Skepsis an seiner Kompetenz schwand zum großen
Teil. Da sich bislang kein Fachmann dieses Problems annahm, scheint es mir
unvermeidlich, diesen Text von R.-J. Petry als Information zu nehmen. Mich
beeindruckte schon an dem ersten Rohentwurf des Textes, daß an Hand
langer Zitate diese Widersprüche leicht nachzuvollziehen sind. Meine
Vermutungen bestätigten sich. Das wissenschaftliche Urteil über
Strophanthin ist offenbar nicht so fundiert, wie es seine Gegner behaupten.
Den Physiologen beeindruckt an dieser
Diskussion in erster Linie die Behauptung, Strophanthin werde bei oraler Gabe
schlecht und inkonstant resorbiert. Diese These mangelhafter Resorption beruht
auf zwei Studien, deren Ergebnisse wenig konform sind, kann also auf dieser
Grundlage nicht entkräftet werden. Es gibt aber viele Hinweise auf eine
Resorption, die freilich weniger direkt sind, aber die Einsicht nahelegen, man
sollte an einer Resorption, die klinisch brauchbar ist, nicht zweifeln. Den
Ausschlag der Einstellung zur oralen Strophanthin-Therapie gibt der
überwältigende klinische Erfolg. In dieser Hinsicht steht also
diese Therapie nicht schlechter da als zahlreiche Therapien, deren
Brauchbarkeit ebenfalls im klinischen Kontrollversuch bestätigt wurde,
z.B. neuerdings die Betablocker.
Der körpereigene Stoff Strophanthin
war, wie gesagt, vor Jahrzehnten hochgeschätzt, und seine Anwendung ist
vermutlich deshalb obsolet geworden, weil bis zum zweiten Weltkrieg allein eine
intravenöse Applikation möglich war, die bei ambulanter Behandlung
Herzkranker natürlich nicht durchführbar ist. Die Irrungen und
Wirrungen dieser Therapie sind diesem Buch zu entnehmen. Dessen Lektüre,
die auch dem Laien als Patienten möglich sein sollte, ist nicht immer
einfach. Es gibt aber nichts Anderes. Bei der großen Bedeutung des
Strophanthins für die Herztherapie kann ich also das Erscheinen dieses
Textes nur begrüßen. Ein schweres Unrecht der Wissenschaft wird hier
zu reparieren versucht.
Natürlich kenne ich auch die strengen
Regeln, mit denen ein Nachweis therapeutischer Wirkungen gelingt. Ich war mit
Martini, auf den diese Regeln zurückgehen, befreundet. Meine Meinung ist
nicht, daß dieser Nachweis vorliegt, wohl aber, daß die Ansicht,
der Nachweis der Unwirksamkeit der oralen Strophanthin-Therapie sei erbracht,
bezweifelt werden muß. Neue Studien sind notwendig und, wie ich
höre, begonnen. Dieses Buch bekämpft die Sicherheit, mit der negative
Urteile gefällt werden, was bei der hohen Bedeutung einer wirksamen
Infarkttherapie seine Veröffentlichung rechtfertigt.
Prof. Hans Schaefer, Heidelberg
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